Soziale Berufe und ver.di gehören zusammen

Wir arbeiten gerne im Gesundheits- und Sozialwesen. Wir wollen in einer sozialen Gesellschaft leben und unseren Teil dazu beitragen. Dass der Mensch Mittelpunkt unseres Handelns ist, ist bei uns keine leere Floskel. In der ver.di-Grundsatzerklärung heißt es „Solidarität wächst aus der Fähigkeit des Menschen zur Anteilnahme am Schicksal des anderen und aus Mitgefühl. Sie gründet auf der Bereitschaft, für sich und für andere Verantwortung zu übernehmen. Sie ist die unverzichtbare Grundlage des Sozialstaates.“ Arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen und Mitglied bei ver.di zu sein gehört also zusammen – eigentlich. 

Mit hohem Organisationsgrad Dinge verändern

Tatsächlich sind die Belegschaften in den Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen, in den Kitas der Wohlfahrtsverbände, in Behinderteneinrichtungen und anderen sozialen Einrichtungen und Projekten sehr schlecht organisiert. Nicht einmal 10 Prozent sind Gewerkschaftsmitglied. Natürlich wissen das auch die Arbeitgeber und die Politiker. Viele setzen darauf, dass Pflegekräfte, Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen und andere professionell Helfende alles aus sich heraus holen, um ihre Patienten, Bewohnerinnen, Kinder und behinderte Menschen gut versorgen zu können. Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und Geduld werden fortwährend ausgenutzt. 

Während die meisten Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen inzwischen nach rein betriebswirtschaftlichen Aspekten geführt werden und private Gesundheitskonzerne Millionengewinne machen, sehen viele Beschäftigte in erster Linie die humane Institution und Dienstleistung. Viele erwarten noch immer, dass das Gute und Wichtige, das sie für die Gesellschaft leisten, anerkannt und honoriert wird, auch wenn sie es täglich anders erfahren. Der Widerspruch zwischen Berufsethos und der Realität könnte größer nicht sein.

Aktuell geht es in allen Arbeitsfeldern wieder um Kürzungen der Leistungen und Gelder. Das hat natürlich Auswirkungen auf das Personal. Wenn wir nachhaltig bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen und gute Tarifverträge abschließen wollen, wenn wir unseren Einfluss vergrößern und den Sozialstaat erfolgreich verteidigen wollen, dann müssen wir deutlich mehr werden. Wir können es schaffen, wenn viele mitmachen. 

Gute Ansprache und Angebote von ver.di

Es gibt in der Branche Gesundheit und Soziale Dienste nicht die Tradition, Mitglied einer Gewerkschaft zu sein. Historisch haben die helfenden Berufe ihre Wurzeln im caritativen Handeln. Die Entwicklung vom Liebesdienst hin zu hochprofessionellen Berufen war ein langer und noch recht junger Prozess. Außerdem sind fast 80 Prozent der Beschäftigten in diesem Bereich Frauen und bekanntlich wurden und werden Frauen oft dazu erzogen bescheiden zu sein und die eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. Was heißt das für uns in ver.di? 

Dem persönlichen Engagement mit der Grundmotivation für und mit Menschen etwas zu tun, begegnen wir mit Respekt. Gemeinsam können wir überlegen, wie dieser Einsatz nicht fortlaufend auf eigene Kosten gehen muss. Mit dem Prozess |sozial+unbescheiden| wollen wir den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Gesundheits- und Sozialwesen bewusst machen, dass beides geht und zusammengehört: Das soziales Engagement für Menschen und für gute eigene Arbeitsbedingungen einzutreten. |sozial+unbescheiden| – das soll nicht länger ein Wiederspruch sein. 

ver.di als lernende Organisation

In diesem Prozess wollen wir genau hinhören und von Beschäftigten, die noch nicht organisiert sind, erfahren, was sie brauchen, um in und mit ver.di aktiv für sich selbst zu sorgen. Während des gesamten Prozesses wollen wir gemeinsam lernen, Erfahrungen austauschen und Netzwerke zu knüpfen. 

Unbescheidene Ziele für eine
gerechtere Gesellschaft und Gute Arbeit

Wer erst einmal anfängt, der Fantasie „unbescheiden“ freien Lauf zu lassen, kommt zu überzeugenden Forderungen: Ausreichend viel Personal, ein funktionierender Sozialstaat, Zeit für Menschen, gute Einkommen, großer Einfluss auf das Gesundheitswesen, unbeschwert freie Zeit für sich, die Familie und Freunde, große Entscheidungsspielräume bei der Arbeit. Wir wollen mit unseren Idealen und Aktionen andere anstecken. Wir wollen uns vermehren und uns ausbreiten. |sozial+unbescheiden|: Helfende Berufe und ver.di, das gehört zusammen.